Bewerbungstipps für Berufseinsteiger
Das Ende der Schulzeit rückt immer näher. Vielleicht hast du sogar dein Abschlusszeugnis bereits in der Tasche – dann ist es höchste Zeit, sich die Frage zu stellen, wie es weitergeht. Weiterführende Schule, Studium oder Ausbildung? Oder vielleicht doch erst Zivil- oder Wehrdienst?Wenn du dich für eine Ausbildung entscheidest, kommt es auf die Bewerbungsstrategie an. Angefangen bei der Ausbildungsplatzsuche bis hin zur schriftlichen Bewerbung, dem Vorstellungsgespräch und möglichen Einstellungstests – mit den richtigen Tipps klappt es sicher auch bei dir.
Die Verpackung
Mit einer gut „verpackten“ Bewerbung lassen sich ganz locker die ersten Punkte sammeln. Deshalb: Umschlag, Mappe und Papier gewissenhaft auswählen.
Die gute alte Kunststoff-Mappe mit durchsichtigem Deckel und einzelnen Klarsichthüllen hat ausgedient! Voll im Trend sind Klemmschienen, von denen die Seiten in der richtigen Reihenfolge festhalten werden.
Bei der Farbwahl empfiehlt es sich in der Regel, auf gedeckte Töne in grün, blau oder grau zurückzugreifen. Pink, neongrün oder gelb mögen zwar aus dem Bewerbungsstapel herausstechen, dennoch lautet das Motto: Nicht zu dick auftragen!
Das Papier (DIN A 4) sollte möglichst hochwertig und griffig sein. Statt dem üblichen Kopierpapier (80 g), sollte man lieber Sorten mit 100 oder 120 Gramm verwenden. Dies verhindert unschöne Eselsohren und Knitterfalten. Absolut tabu sind liniert oder gar kariertes Papier. Dagegen liegt man mit schlicht weißem Papier immer richtig.
Der Umschlag für die Bewerbungsmappe muss aus festem Papier bestehen, einen festen Papprücken haben, genau passen und neu sein. Sind Porto oder Adresse falsch, nützt allerdings auch der schönste Umschlag nichts! Also unbedingt Firmenanschrift noch einmal checken. PS: Absender links oben nicht vergessen!
Das Anschreiben
Maximal 40 Sekunden nimmt sich ein Personalverantwortlicher für eine erste Vorauswahl von Bewerbungen. Ein Bewerbungsschreiben ist Werbung in eigener Sache. Dein Chef in spe kennt dich nicht. Das Erste, was er in der Regel von dir zu sehen bekommt, ist deine Mappe. Sie vermittelt ihm einen Eindruck von deiner Arbeitsweise und deiner Persönlichkeit.
Aufbau eines Bewerbungsanschreibens
Das Bewerbungsschreiben bildet das Kernstück der Bewerbung. Es hat die Aufgabe, das Unternehmen von dir zu überzeugen. Schließlich entscheidet dieser erste Eindruck darüber, ob dem Schreiben Beachtung geschenkt wird oder ob es gleich in den Papierkorb wandert. Eine zweite Chance für den ersten Eindruck gibt es nicht!
Folgende Angaben sollte dein Anschreiben enthalten:
• Absender
• Betreff
• Anrede
• Einleitung
• Sachverhalt
• Schlussformel
• Unterschrift
Der Inhalt des Anschreibens ist besonders wichtig. Schließlich möchtest du den Leser von deinen Qualitäten überzeugen. Versuche eine möglichst individuelle Bewerbung zu schreiben. Aus Furcht, sich zu blamieren, kupfern viele Bewerber Anschreiben ab. Dabei ist ganz klar: Menschen mit originellen Bewerbungen werden häufiger eingeladen als "hiermit-bewerbe-ich-mich"-Langweiler.
Mache dir gründlich Gedanken darüber Warum du dich für diese Firma interessierst? Was wird gebraucht? Kannst du das bieten? Warum gerade bei dem gewählten Unternehmen? Hebe besonders deine Fähigkeiten und Neigungen hervor. Achte auf eine deutliche und klare Formulierung, halte deinen Brief kurz und präzise und denke daran: Eine Bewerbung sollte Fragen beantworten und nicht aufwerfen.
Absolute Dont’s
• unvollständige Unterlagen
• Kaffeeflecken, Eselsohren, zerknittertes Papier oder zerknautschte Mappen
• Private Urlaubsfotos oder schlechte Automatenbilder statt Bewerbungsfoto vom Fotografen
• Verbesserungen mit Tipp-Ex
• lose Blätter (Ausnahme: Anschreiben)
• klar erkennbare „Standard-Bewerbung“ an mehrere Firmen gleichzeitig
• Grammatik und falsche Rechtschreibung
• Kein aktuelles Datum auf Anschreiben oder Lebenslauf
• 0815-Anschreiben
• Adressen vertauscht
• Umschlag nicht ausreichend frankiert
Foto und Lebenslauf
Da mag die Bewerbungsmappe noch so ansprechend gestaltet sein: Wenn der Lebenslauf nicht überzeugt, lesen die meisten Personalchefs erst gar nicht weiter.
Jeder hat einen starken Lebenslauf… … du musst ihn nur richtig „verkaufen“.
Hier einige Tipps, die versuchen, deine Bewerbung „sichtbar“ zu machen!
• Dein Lebenslauf sollte für den Betrachter kurz und klar strukturiert erscheinen.
• Nach Möglichkeit solltest du die Eine-Seite-Grenze nicht überschreiten.
• Schreibe deinen Lebenslauf am Computer (handgeschriebene Lebensläufe nur auf ausdrückliche Aufforderung einreichen).
• Beginne nach der Überschrift mit deinen persönlichen Angaben:
Persönliche Daten (Name, Anschrift, Telefon, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und Geburtsort)
bisherige Schullaufbahn, Praktika
sonstige Qualifikationen, Kenntnisse z.B. künstlerische Hobbys, soziale Kompetenz (ehrenamtliche Tätigkeit in einem Verein, z.B. Jugendfußballtrainer, Helfer bei der Jugendfeuerwehr oder in einer kirchlichen Gruppe, Mitarbeit in einem Vereinsvorstand, Streitschlichter in der Schule oder Schülersprecher)
- Verwende nur eine leicht lesbare Schriftart
- Achte auf gleichmäßigen Zeilenabstand
- Zeitangaben mit vollen Monaten und Jahren (z.B. August 2004 – Juli 2007)
- Am Ende des Lebenslaufs Ort und Datum angeben und unterschreiben.
Ein guter Lebenslauf zeigt vor allem deine beruflichen Fähigkeiten und Stärken auf. Angaben über Nebenjobs signalisieren, dass du keine Herausforderungen scheust.
Du kannst vor dem Lebenslauf noch ein Deckblatt einfügen. Professionell gestaltet spricht es den Leser an und fällt ins Auge.
Foto
Wenn du kein Deckblatt einfügst, gehört das Foto rechts oben auf deinen Lebenslauf. Das Format sollte etwas größer als ein normales Passbild sein, etwas 4,5 x 6,5 cm. Die Farbe spielt dabei keine Rolle, allerdings ist schwarz-weiß zurzeit „in“. Außerdem:
• Lasse dein Foto beim Fotografen machen
• Frisur und Kleidung dem Beruf entsprechend wählen
• Lasse dich auch von Freunden über eine Auswahl der besten Fotos beraten
• Foto auf der Rückseite mit deinem Namen versehen (weichen Stift verwenden!)
• das Foto auf deine Bewerbung kleben, nicht mit einer Klammer o.ä. befestigt
• Achte darauf, ein aktuelles Foto zu verschicken
• leicht lächeln
• dezenter Schmuck und Schminke
Und nun viel Glück!
Nach dem Abschicken deiner Bewerbungsunterlagen beginnt die Phase des Bangens und Hoffens und das aufgeregte tägliche Durchsuchen der Post nach Reaktionen der Unternehmen. Dann liegt sie endlich im Briefkasten – die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Na bitte!
Auf in die zweite Runde! Das Vorstellungsgespräch
Viele Jugendliche reagieren erst mit einem Freudenschrei oder –sprung, dann aber schnell mit Aufregung und wachsender Panik. „Was soll ich nur anziehen? Was werden die mich denn alles fragen? Wie läuft denn so ein Vorstellungsgespräch überhaupt ab?“
Es hängt alles vom Eindruck ab, den du im Vorstellungsgespräch hinterlässt. In diesem Gespräch möchte man testen, ob deine Persönlichkeit, deine Leistungsbereitschaft und dein fachliches Wissen speziell zur angebotenen Stelle und allgemein zum Betrieb passen.
Deine Chance, dich perfekt zu präsentieren. Ob du den Job schließlich bekommst oder nicht, hat viel damit zu tun, ob die „Chemie“ zwischen dir und dem Personalchef der Firma stimmt.
Auch wenn du ein ganz spontaner Typ bist, solltest du in ein Vorstellungsgespräch nicht einfach „hineinspringen“ und dich darauf verlassen, dass schon alles gut laufen wird.
Entscheidend für den Erfolg eines Vorstellungsgespräches ist ganz sicher die möglichst gute Vorbereitung. Wir helfen dir dabei!
Bestätigung
Bestätige dem Unternehmen die Einladung zum Vorstellungsgespräch möglichst noch an dem Tag, an dem du die erfreuliche Nachricht erhalten hast. Ob schriftlich oder telefonisch, bleibt dir überlassen. Falls aus der Einladung dein Ansprechpartner zu erkennen ist, wende dich bereits mit deiner Bestätigung direkt an ihn.
Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete!
Welche Informationen für das Vorstellungsgespräch hilfreich sein können, ist von Fall zu Fall verschieden. Informiere dich in Broschüren und im Web über das Unternehmen. Denke darüber nach: Was in dir selbst, was in deinen Erfahrungen motiviert dich, um genau dieses Jobziel zu erreichen? Je konkreter du wirst, desto besser. Gib deinen Ausführungen Bestimmtheit.
Freundliches Auftreten
Der erste Eindruck, den du bei deinem Gesprächspartner hinterlässt, hat einen wichtigen Einfluss auf den Verlauf des Vorstellungsgesprächs. Ein sympathisches Lächeln kann Türen öffnen oder zumindest für eine angenehme Atmosphäre sorgen.
Nervosität
Weiche Knie, ein komisches Gefühl im Magen? Nervosität ist in einer solchen Situation ganz normal. Tief durchatmen, ruhig bleiben und nicht in Panik verfallen, wenn dir nicht gleich die perfekte Antwort einfällt. Lieber erst überlegen … und dann klar und deutlich sprechen. Hast du etwas nicht verstanden, so solltest du nachfragen, bevor du eventuell eine unpassende Antwort gibst.
Rückfragen
Unterbrich deinen Gesprächspartner nicht, sondern höre ruhig und interessiert zu. Deine Rückfragen kannst du stellen, wenn dein Gegenüber mit seinen Erklärungen fertig ist.
Körpersprache
Neben dem gesprochenen Wort ist auch die Körpersprache wichtig. Sie verrät deinem Gegenüber, wie es in dir aussieht. Verkrampfte Hände und ständiges Wippen mit dem Fuß zum Beispiel sind eindeutige Zeichen für Nervosität und Unsicherheit. Absolutes Tabu: die Hände in den Hosentaschen vergraben.
Sitze aufrecht und halte Blickkontakt zu deinem Gesprächspartner. Sitzen dir mehrere Personen gegenüber, so solltest du auch alle anblicken.
Ehrlichkeit
Versuchst du durch Lügen falsche Tatsachen vorzuspielen, kann dies schnell entlarvt werden. Wer beispielsweise behauptet, täglich Zeitung zu lesen und dann keine Frage zu aktuellen politischen Themen beantworten kann, wirkt äußerst unglaubwürdig.
Schwachstellen
Lücken im Lebenslauf werden ebenso gerne hinterfragt wie das Zustandekommen von Noten im Zeugnis, Lieblingsfächer und die Entwicklung der schulischen Leistungen in den letzten zwei oder drei Jahren, das mehrfache Sitzen bleiben oder das im Zeugnis erkennbare "Null Bock" -Jahr in der Schule. Überlege dir möglichst viele Fakten und Beispiele, mit denen du deine bisherigen Erfahrungen, Stärken und deine Leistungsbereitschaft deutlich machen kannst. Du musst nicht das blaue vom Himmel loben, aber solltest deine Eigenschaften treffend beschreiben können.
Verabschiedung:
Am Ende des Gesprächs solltest du dich bei den Gesprächsteilnehmern bedanken und höflich nachfragen, wann du mit einer Entscheidung rechnen kannst.
Linktipp:
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