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Erfahrungsbericht
In weniger als 360 Tagen einmal um die Welt…
Hineinschnuppern in die große Welt! Das ist wohl der Traum von vielen Jugendlichen. Die zwanzigjährige Julia hat sich diesen Traum erfüllt und ist in einem dreiviertel Jahr einmal um die ganze Welt gereist.
Darüber wollten wir mehr erfahren und haben für dich einfach mal genauer nachgefragt:
Einmal um die ganze Welt? Wie kam es dazu – sucht man sich nicht sonst ein Land aus?
Ich habe die meiste Zeit meines Auslandsaufenthaltes in Australien verbracht. Es gab allerdings ein Angebot von der Organisation, wo man noch zusätzlich Flüge nach Neuseeland und in die USA buchen konnte. Somit bin ich einmal um die Welt geflogen.
Du warst also in Australien, Neuseeland und den USA – wo hat es dir denn am besten gefallen?
Definitiv in Australien. Ich glaube das liegt aber auch daran, dass ich dort die meiste Zeit verbracht habe und so eine engere Bindung zu dem Land aufgebaut habe. Außerdem hatte ich mich auch schon im Vorfeld für Australien entschieden, da das Land so vielseitig ist. Nirgendwo sonst hat man Berge, Wüste, Regenwald und die tollsten Sandstrände und Sternenhimmel.
Gibt es deiner Meinung nach große kulturelle Unterschiede zwischen den Ländern? Und sind die Menschen sehr unterschiedlich?
Also ich kann wirklich sagen, dass die Menschen in Australien deutlich netter sind als hier in Deutschland. Aber auch in Neu Seeland und Amerika sind die Menschen viel höflicher. Wenn man Fragen hat bemühen sie sich immer einem weiter zu helfen und es muss einem auch nicht peinlich sein etwas zu erfragen.
Diese Unterschiede sind mir aber erst richtig bewusst geworden als ich wieder in Deutschland war (lacht).
Zu Amerika kann ich noch sagen, dass ich nicht gedacht hätte, dass die Menschen dort teilweise sehr verklemmt sind. Man hat hier in Deutschland immer das Bild von den überdrehten Amerikanern. Das konnte ich dort allerdings kaum wieder finden.
So ein Auslandsjahr ist doch ziemlich teuer – wie hast du das finanziert?
Ich hatte das große Glück, dass meine Eltern mich unterstützt haben. Sie haben mir auch das Startkapital gegeben, was man benötigt, um in Australien einreisen zu können. Das allein beträgt schon 3000 €. In Australien selbst habe ich mir meinen Lebensunterhalt mit verschiedenen Jobs verdient. Ich habe dann immer eine Zeit lang gearbeitet, Geld verdient und gespart, um dann weiter zu reisen. So habe ich insgesamt 6000€ erarbeitet.
Also insgesamt hat der ganze Spaß 12.000 € gekostet (also mit Startkapital und dem erarbeiteten Geld). Das hört sich zwar erstmal viel an, wenn man davon aber fast ein ganzes Jahr leben und reisen kann, ist das gar nicht mehr so viel wie es sich im ersten Moment anhört...
Es kann natürlich von Person zu Person sehr unterschiedlich sein, wenn man mehr arbeitet, braucht man natürlich weniger Unterstützung.
Ich habe beispielsweise die Hälfte der Zeit auch nicht gearbeitet, sondern bin nur gereist. Außerdem kamen noch die Flüge in die USA und Neuseeland hinzu.
Was für Jobs hast du gemacht und war es schwer an die Jobs heranzukommen?
Ich habe unter anderem als Erntehelferin oder im Hotel gearbeitet. Man kann aber auch als Au Pair arbeiten und wohnt dann in einer Familie bis man weiterreist. Die Jobs werden meistens in den Hostels ausgeschrieben. Man bewirbt sich und geht zu Vorstellungsgesprächen. Zu Anfang ist es ein zwar bisschen komisch, weil man die Sprache ja noch nicht so gut spricht, aber die Blockade verschwindet ganz schnell. Das läuft aber alles ganz locker ab und ist nicht so verkrampft, wie in Deutschland. Wie lange das jedoch dauert bis man einen Job hat kann ich nicht genau sagen. Es kann auf der einen Seite sehr schnell gehen und sich auf der anderen Seite auch mal bis zu 3 Wochen hinziehen.
Gab es für dich Hoch- und Tiefpunkte?
Lacht: Ja klar es gab beides. Ich hatte zum Beispiel Phasen wo ich ziemlich doll Heimweh hatte. Im nächsten Moment kommt dann aber wieder ein Augenblick, der so schön ist, dass man alles um sich herum vergisst und einfach glücklich ist. In solchen Momenten ist dann das Heimweh wieder völlig vergessen.
Was war dein persönliches Highlight?
Für mich gab es während meiner Reise jede Menge an persönlichen Highlights. Mit dazu gehört auf jeden Fall mein Silvester in Sydney aber auch der Fallschirmsprung über dem Great Barrier Reef.
Der Sprung hat mich am Anfang schon eine ganze Menge Überwindung gekostet, dafür fühlt man sich dann aber auch wie ein Vogel mit einer tollen Aussicht über das Riff. Einfach unvergesslich.
Hast du dich in der Zeit, als du im Ausland warst verändert?
Ja, mein Jahr in Australien hat mich viel selbstständiger gemacht. Man hat dort eben keine Eltern, die die Dinge für einen regeln. Sondern ich musste selber gucken, wie ich zurecht komme. Das hat einen zwar oftmals ziemlich herausgefordert. Im Nachhinein kann ich aber sagen, dass ich stolz darauf bin dieses letzte Jahr so gut gemeistert zu haben (lacht).
Würdest du noch mal ins Ausland gehen. Wenn ja wohin?
Ich war froh als ich nach Hause gekommen bin und habe mich sehr auf meine Familie gefreut. Mittlerweile bin ich aber auch jedes Mal froh, wenn ich meine Koffer packen und wieder in die Ferne reisen kann. Deshalb habe ich mich auch für internationales Logistikmanagement als Studiengang entschieden, da dieser ein Auslandssemester beinhaltet. Wohin es dann allerdings geht, weiß ich noch nicht.
Zu meinen Traumländern gehören aber auf jeden Fall noch Südafrika, Asien und New York.
Welchen Tipp würdest du anderen Jugendlichen geben, die einen Auslandsaufenthalt planen?
Eigentlich muss man nur Lust haben andere Länder und damit teilweise ganz andere Welten kennen zu lernen. Dann werden Sachen gepackt und es geht los. Wichtig ist es sich kurz vorher bloß nicht zu viele Gedanken zu machen, sondern sich einfach auf das freuen, was dich dort erwartet!
In anderen Ländern ist es meistens viel einfacher dort klar zu kommen als in Deutschland! Also, traut euch und erfüllt euch einfach euren Traum!




